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F-gassen11 Min. LesezeitAktualisiert 21 augustus 2026

F-Gase-Quote 2027: wie Sie Ihren Betrieb auf die nächste Quotenkürzung vorbereiten

EU 2024/573 senkt die F-Gase-Quote 2027 weiter — die schärfste Kürzung seit 2015. Wir erklären, was das für Preis, Verfügbarkeit und Planung bedeutet und was Installationsbetriebe jetzt tun können.

BRL 100 und STEK sind niederländische nationale Zertifizierungs­schemata — volle Unterstützung gibt es heute nur für NL. Siehe unsere ehrliche Länder-Abdeckung.

Die europäische F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 setzt das 2015 begonnene Quotensystem unerbittlich fort: alle paar Jahre wird die Menge an Kältemittel mit hohem GWP, die Hersteller und Importeure in der EU in Verkehr bringen dürfen, weiter reduziert. Der Zeitraum 2027-2029 ist ein Schlüsselmoment: die Quote sinkt auf rund 12 % der 2015-Basislinie, gegenüber rund 24 % in 2025-2026 — fast eine Halbierung. Für Monteure hat das unmittelbare Folgen — beim Preis, bei der Verfügbarkeit und dabei, welche Anlagen Sie in fünf Jahren noch warten können.

Kurze Auffrischung: was ist das Quotensystem?

Seit 2015 hat die EU eine gemeinsame Quote für F-Gase, gemessen in Tonnen CO₂-Äquivalent. Jeder Hersteller oder Importeur erhält einen Anteil dieser Quote und darf innerhalb davon Kältemittel mit hohem GWP in den Markt bringen. Wenn die Quote sinkt:

  • Hersteller können weniger von beliebten Kältemitteln wie R-410A (GWP 2088) und R-404A (GWP 3922) liefern.
  • Die Preise steigen — teils dramatisch. R-410A hat sich 2022-2024 bereits mehrfach verdoppelt oder mehr.
  • Alternativen mit niedrigem GWP (R-32 GWP 675, R-454B GWP 466, R-1234yf GWP 4) erhalten Vorrang.

Die Quotenkürzung 2027

Der Quotenpfad steht in Anhang VII von (EU) 2024/573 fest, ausgedrückt als Prozentsatz der 2015-Basislinie:

| Zeitraum | % ggü. 2015-Basislinie | Richtwert Tonnen CO₂-Äq | |---|---|---| | 2025-2026 | ≈ 24 % | ≈ 42,9 Mio. | | 2027-2029 | ≈ 12 % | ≈ 21,7 Mio. | | 2030-2032 | ≈ 5 % | ≈ 9,1 Mio. |

2027 ist also der nächste große Schritt nach unten. Danach folgt eine noch deutlich größere Kürzung Richtung 2030-2032 — die meisten Installationsbetriebe spüren den Schmerz von 2027 jedoch zuerst.

Was bedeutet das konkret für Ihren Betrieb?

### 1. R-410A-Anlagen werden (noch) teurer im Unterhalt

Wer noch R-410A-Anlagen betreut, weiß, dass 1 kg R-410A heute schon rund 60-80 € kostet (2018 waren es 15-25 €). 2027 wird dieser Preis weiter steigen — nicht durch Knappheit, sondern durch Quotendruck. Planen Sie Wartung und Lecksuche enger; vermeiden Sie unerwartete große Nachfüllungen.

### 2. Neue Anlagen: niedriger GWP wird zur Norm

Im Neubau ist das eigentlich schon Praxis — R-32 ist der De-facto-Standard für Split-Geräte. Bei gewerblichen Anlagen (Supermärkte, Kühltransport) wird der Umstieg auf R-454B, R-455A oder CO₂ (R-744) unausweichlich.

### 3. Fachwissen wird breiter

Monteure, die nur Erfahrung mit R-410A und R-404A haben, brauchen zusätzliche Schulung. R-32 ist stärker entflammbar (Klasse A2L); CO₂-Systeme arbeiten mit deutlich höheren Drücken. Die NVKL (der niederländische Branchenverband für Kälte- und Klimatechnik) bietet regelmäßig Fortbildungen an — buchen Sie diese jetzt, nicht erst wenn der Arbeitsdruck hoch ist.

### 4. Bestandsführung wird strategisch

Manche Betriebe versuchen, vor der Kürzung Kältemittelbestand aufzubauen. Das ist möglich, aber:

  • Flaschen haben ein Verfallsdatum (typisch 10 Jahre).
  • Bestand oberhalb gesetzlicher Sicherheitsgrenzen erfordert zusätzliche Genehmigungen.
  • Der Quotendruck wirkt auch auf Händler — sie verlangen Vorauszahlung oder ein „Vorkaufsrecht“ für die knappen Jahre.

Praktische Vorbereitung — 6 Maßnahmen

1. Inventarisieren Sie Ihr Anlagenportfolio nach Kältemitteltyp.

Unser Modul Anlagenverwaltung zeigt das mit einem Klick: wie viele Anlagen pro Typ, Gesamtgewicht pro Typ, durchschnittlicher GWP. Ohne diese Übersicht ist Planung Raten.

2. Identifizieren Sie „Risikoanlagen“.

Das sind Anlagen mit Kältemittel mit hohem GWP, die noch 5+ Jahre laufen müssen. Für jede Risikoanlage: einen Plan machen („Retrofit auf R-32 in 2028“, „Ersatz vor 2029“, „vorzeitig ausphasen“).

3. Stärken Sie Ihre Kältemittelbilanz.

Bei steigenden Preisen wird jedes Kilogramm, das „verloren geht“, teurer. Eine aufgehende Bilanz ist kein Luxus mehr — sie ist ein direktes Renditeinstrument. Das Kältemittel-Modul warnt bei jeder Abweichung von mehr als 0,01 kg.

4. Bauen Sie eine Leckhistorie pro Anlage auf.

Anlagen mit wiederholten Leckagen sind 2027 ein doppelter Verlust (Ersatzkosten plus Bußgeld). Beginnen Sie jetzt mit der Mustererkennung: welche Anlagen lecken am häufigsten, und welche Marke, welcher Typ oder welcher Aufstellort korreliert damit.

5. Planen Sie die Monteurschulung.

R-32 = Klasse A2L = neues Lötprotokoll + andere Leitungswahl + andere Leckerkennung. Sorgen Sie dafür, dass 100 % Ihrer Monteure vor Q1 2027 A2L-geschult sind.

6. Beginnen Sie Gespräche mit Ihrem Großhandel über Liefergarantien.

Nicht über Rabatt — über Lieferfähigkeit. Welche alternativen Kältemittel können Sie schon jetzt über einen Lieferanten garantieren, und wie sehen die Preisstaffeln aus? Eine Festlegung bis 2028 verhindert Überraschungen.

Was tun wir bei Koldwerk?

Für die Übergangszeit 2027 haben wir drei Funktionen in der Pipeline:

  • GWP-Projektionsbericht. Pro Anlage die gesamte CO₂-Äq-Belastung und wie sie nach einem Retrofit aussähe. Ehrlich gesagt: diese Funktion ist bereits im täglichen Einsatz, aber noch nicht für die breite Öffentlichkeit freigeschaltet.
  • Quotenbewusste Bestellung. Integriert mit Debitan, sodass Bestellungen automatisch gegen Ihren prognostizierten Verbrauch geprüft werden.
  • Migrationsplanung. Pro Anlage ein empfohlenes Retrofit-Jahr auf Basis von aktuellem Alter, Kältemittel und EU-Kürzungen.

Wer sich anmeldet, erhält diese Funktionen automatisch, sobald sie live gehen — ohne Zusatzkosten, ohne Upsell.

Haftungsausschluss: Quotenzahlen sind abgeleitet aus (EU) 2024/573 Anhang VII. Die Preisentwicklung ist eine Trendextrapolation öffentlich bekannter Marktdaten; tatsächliche Preise variieren je Lieferant und Region. Keine Kaufberatung.

Häufig gestellte Fragen

Wie stark sinkt die F-Gase-Quote 2027?

Für den Zeitraum 2027-2029 sinkt die EU-Quote auf rund 12 % der 2015-Basislinie — gegenüber rund 24 % in 2025-2026, also fast eine Halbierung. Das ist der nächste große Schritt nach unten im Quotenpfad.

Was kostet ein Kilogramm R-410A heute?

1 kg R-410A kostet heute schon rund 60-80 €. 2018 waren es noch 15-25 € pro Kilogramm.

Warum brauchen Monteure zusätzliche Schulung für R-32?

R-32 ist stärker entflammbar (Klasse A2L) und CO₂-Systeme arbeiten mit deutlich höheren Drücken. Monteure, die nur Erfahrung mit R-410A und R-404A haben, brauchen deshalb zusätzliche Schulung.

Bis wann müssen meine Monteure A2L-geschult sein?

Sorgen Sie dafür, dass 100 % Ihrer Monteure vor Q1 2027 A2L-geschult sind.

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