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Algemeen7 Min. LesezeitAktualisiert 27 juli 2026

Was muss in einer RI&E für einen Kältetechnikbetrieb stehen?

Was die Arbowet gesetzlich von einer RI&E verlangt, welche kältetechnikspezifischen Risiken hineingehören, wann eine Prüfung Pflicht ist und welche Bußgelder bei einer fehlenden oder veralteten RI&E gelten.

BRL 100 und STEK sind niederländische nationale Zertifizierungs­schemata — volle Unterstützung gibt es heute nur für NL. Siehe unsere ehrliche Länder-Abdeckung.

Jedes Kältetechnik- und Installationsunternehmen mit Personal ist gesetzlich verpflichtet, eine RI&E zu haben. Trotzdem ist es oft das Dokument, das irgendwo in einem Ordner liegen bleibt, bis ein Auditor, die Arbeidsinspectie oder ein Versicherer danach fragt. Im Folgenden steht, was gesetzlich hineingehört, welche Risiken speziell für die Kältetechnik relevant sind, und wo Unternehmen am häufigsten hängen bleiben.

Was ist eine RI&E genau?

RI&E steht für Risikoinventarisierung und -bewertung. Sie ist aufgrund von Artikel 5 der Arbowet verpflichtend: Jeder Arbeitgeber mit Personal muss schriftlich festlegen, welche Gesundheits- und Sicherheitsrisiken die Arbeit mit sich bringt, wie schwer diese Risiken wiegen und welche Maßnahmen ergriffen werden, um sie zu begrenzen. Das gilt unabhängig von der Unternehmensgröße — auch ein Solo-Selbstständiger mit einem Arbeitnehmer in Dienst entkommt dem nicht.

Die RI&E besteht gesetzlich aus zwei Teilen, die zusammen ein Dokument bilden:

  • Die Inventarisierung: ein Überblick über alle Arbeitsrisiken innerhalb des Unternehmens, je Funktion oder Arbeitssituation
  • Der Maßnahmenplan: pro Risiko eine konkrete Maßnahme, mit einer Frist und dem Namen dessen, wer für die Durchführung verantwortlich ist

Ohne Maßnahmenplan ist die RI&E nicht vollständig, auch wenn die Inventarisierung vorhanden ist.

Was muss konkret hineingehören?

Für ein Kältetechnik- oder Installationsunternehmen geht es in jedem Fall um:

  • Körperliche Belastung: Heben von Kompressoren, Flaschen und Geräten, Arbeiten in unbequemen Haltungen (Kriechräume, technische Räume, Dachaufbauten)
  • Gefahrstoffe: Kältemittel (Exposition bei Leckage oder Abzapfen), Löt- und Schweißdämpfe, Reinigungsmittel
  • Arbeiten in der Höhe: Leitern, Gerüste, Hubarbeitsbühnen bei Außeneinheiten und Dachinstallationen
  • Druckgeräte: Risiken rund um Kälteanlagen, die unter Druck stehen, einschließlich PED-bezogener Aspekte — siehe auch PED-Druckgeräteprüfung bei Kälteanlagen
  • Elektrische Sicherheit: Arbeiten an oder in der Nähe von spannungsführenden Anlagen
  • Enge Räume: technische Räume, Maschinenräume mit eingeschränkter Belüftung, in denen sich Kältemittel ansammeln kann
  • Psychosoziale Arbeitsbelastung (PSA): Arbeitsdruck, Aggression von Kunden, unerwünschtes Verhalten — das ist ein verpflichtender Bestandteil jeder RI&E, nicht nur für Büroarbeit
  • Transport und Material: Firmenfahrzeuge, Werkzeug, Hebehilfsmittel

Pro Risiko bewerten Sie: Wie viele Mitarbeiter sind diesem Risiko ausgesetzt, wie oft/wie lange, und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schiefgeht. Darauf basierend bestimmen Sie die Priorität im Maßnahmenplan.

Branchen-RI&E: schneller und oft kostenlos

Sie müssen nicht bei null anfangen. Für die Installationsbranche gibt es ein anerkanntes Branchen-RI&E-Instrument (über Techniek Nederland/ArboTechniek, das Tool heißt CHEPP), und für Unternehmen unter der cao Metaal & Techniek gibt es ein vergleichbares anerkanntes Instrument über Metaalunie/OOM. Eine anerkannte Branchen-RI&E ist auf die Risiken zugeschnitten, die in der Branche standardmäßig vorkommen, was die Erstellung erheblich beschleunigt. Prüfen Sie bei Ihrem eigenen Branchenverband oder Ihrer Mitgliedschaft, welches Tool für Ihr Unternehmen verfügbar ist und zu welchen Bedingungen (oft kostenlos oder zu einem ermäßigten Tarif für Mitglieder).

Muss die RI&E geprüft werden?

Das hängt von der Unternehmensgröße ab:

  • Unternehmen mit maximal 25 Mitarbeitern (in FTE, einschließlich Leiharbeitskräften und Abrufkräften), die eine anerkannte Branchen-RI&E verwenden, müssen diese nicht durch eine zertifizierte Arbo-Kernfachkraft prüfen lassen
  • Unternehmen mit einem gesamten Personalumfang von maximal 40 Stunden pro Woche fallen ebenfalls unter eine Ausnahme
  • In allen anderen Fällen — und in jedem Fall oberhalb von 25 Mitarbeitern — ist eine Prüfung durch eine zertifizierte Arbo-Kernfachkraft oder einen Arbeitsschutzdienst verpflichtend

Die Prüfung ist ein separater Schritt vom Erstellen selbst: Ein unabhängiger Experte beurteilt, ob die Inventarisierung vollständig ist und ob der Maßnahmenplan ausreichend ist.

Wie oft muss die RI&E aktualisiert werden?

Die Arbowet schreibt keine feste Gültigkeitsfrist vor, wendet aber das Prinzip an, dass die RI&E „aktuell" sein muss. Das bedeutet: Bei jeder relevanten Veränderung im Unternehmen müssen Sie nachprüfen, ob die RI&E noch stimmt. Denken Sie an eine neue Art von Arbeit (zum Beispiel der Beginn mit Wärmepumpeninstallationen), einen Umzug, neue Geräte, ein anderes Kältemittel, Wachstum des Teams oder einen ernsten Vorfall. Eine sechs Monate alte RI&E kann bereits veraltet sein, wenn sich die Arbeiten in diesem Zeitraum verändert haben. Als Faustregel wird oft eine periodische Überprüfung alle drei Jahre herangezogen, aber das entbindet Sie nicht von der zwischenzeitlichen Aktualisierung bei Änderungen.

Bußgelder bei fehlender oder unvollständiger RI&E

Seit 2019 kann ein Inspektor der Nederlandse Arbeidsinspectie während eines Betriebsbesuchs direkt ein Bußgeld verhängen, wenn eine RI&E oder ein Maßnahmenplan fehlt — ohne vorher zu verwarnen. Auf Grundlage mehrerer Quellen, die die Bußgeldsystematik der Arbeidsinspectie beschreiben, gelten grob die folgenden Höchstbeträge (skalierbar nach Unternehmensgröße, mit einem ermäßigten Tarif für kleine Unternehmen):

  • Fehlen der RI&E: Bußgeld bis zu einigen Tausend Euro, mit einem deutlich niedrigeren Betrag für Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern
  • Fehlen des Maßnahmenplans (unabhängig von einer vorhandenen Inventarisierung): ebenfalls ein separates Bußgeld
  • Eine veraltete RI&E, die nicht mehr aktuell ist: ebenfalls mit Bußgeld belegbar, aber hierfür gilt in der Regel zunächst eine Verwarnung — ein direktes Bußgeld ohne Verwarnung folgt erst bei einem weiteren, wiederholten Verstoß

Betrachten Sie diese Beträge als indikativ — die genauen Tarife je Bußgeldkategorie und Unternehmensgröße stehen in den Vollzugsrichtlinien der Arbeidsinspectie selbst; prüfen Sie diese im Zweifel direkt.

RI&E versus LMRA und Toolboxmeeting: nicht dasselbe

Ein häufig gemachter Fehler ist, die RI&E mit der täglichen Sicherheitskontrolle vor Ort zu verwechseln. Die RI&E ist ein strukturelles, unternehmensweites Dokument mit allen theoretischen Risiken. Die LMRA (Last-Minute-Risikoanalyse) ist ein kurzer Check, den ein Monteur unmittelbar vor Beginn einer bestimmten Tätigkeit durchführt, am konkreten Ort in diesem Moment — siehe LMRA-Vorlage für Kältetechnik-Monteure. Das Toolboxmeeting wiederum ist eine periodische Team-Besprechung über ein Sicherheitsthema — siehe VCA-Toolboxmeeting: Ist das Pflicht und wie oft?. Die RI&E ist die Grundlage; LMRA und Toolbox sind Ergänzungen, die vor Ort auf das eingehen, was die RI&E nicht vorhersehen kann.

RI&E und STEK/VCA

Bei einer STEK-Teilnehmerkontrolle wird eine aktuelle RI&E, mit Aufklärung/Instruktion, periodischen Arbeitsplatzinspektionen, PSA (Persönliche Schutzausrüstung) und einer Unfallregistrierung, standardmäßig geprüft — es sei denn, das Unternehmen verfügt bereits über ein gültiges VCA-Zertifikat, denn dann wird die Konformität in diesem Punkt vorausgesetzt. Siehe STEK-Audit: Was prüft der Auditor bei einer Teilnehmerkontrolle? für die vollständige Checkliste. Für Unternehmen, die sowohl STEK- als auch BRL-100-zertifiziert sind, genügt in der Regel eine aktuelle, gut fundierte RI&E, um beiden Audits zu genügen — sofern die kältetechnikspezifischen Risiken darin ausdrücklich genannt sind.

Praktisch: Wie fangen Sie an?

  • Fragen Sie bei Ihrem Branchenverband (Techniek Nederland, Metaalunie, NVKL) nach, ob eine anerkannte Branchen-RI&E für Ihren Unternehmenstyp verfügbar ist
  • Gehen Sie die Branchen-RI&E mit Ihrer eigenen Situation durch: Welche Risiken sind bei Ihnen anwendbar und welche nicht
  • Legen Sie pro Risiko eine konkrete Maßnahme mit Frist und Verantwortlichem fest — das ist der Maßnahmenplan
  • Prüfen Sie, ob Sie unter die Prüfungspflicht fallen (über 25 FTE, oder wenn Sie keine anerkannte Branchen-RI&E verwenden)
  • Tragen Sie einen Termin in Ihre Agenda ein, um die RI&E bei jeder relevanten Änderung zu überarbeiten, und ohnehin periodisch

Häufig gestellte Fragen

Muss ein Solo-Selbstständiger ohne Personal auch eine RI&E haben?

Nein, die gesetzliche RI&E-Pflicht gilt für Arbeitgeber mit Personal. Ein Solo-Selbstständiger ohne Personal in Dienst fällt hier nicht darunter, wobei die allgemeine Sorgfaltspflicht und eventuelle Anforderungen des Auftraggebers (zum Beispiel VCA bei größeren Aufträgen) relevant bleiben.

Ist eine RI&E dasselbe wie ein VCA-Zertifikat?

Nein. Die RI&E ist ein gesetzlich verpflichtendes Arbowet-Dokument über Risiken innerhalb Ihres eigenen Unternehmens. VCA ist ein Zertifizierungssystem, das unter anderem prüft, ob Ihre Sicherheitspolitik, worunter die RI&E fällt, in Ordnung ist. Ein VCA-Zertifikat ersetzt die RI&E-Pflicht nicht, aber ein gültiges VCA-Zertifikat wird bei einem STEK-Audit als ausreichender Nachweis für den Teil sicheres Arbeiten angesehen.

Muss ich die RI&E durch einen externen Experten prüfen lassen?

Das hängt von Ihrer Unternehmensgröße ab und davon, ob Sie eine anerkannte Branchen-RI&E verwenden. Unternehmen mit bis zu 25 Mitarbeitern, die ein anerkanntes Brancheninstrument verwenden, sind in der Regel von der Prüfung befreit. Oberhalb dieser Grenze, oder bei einer nicht anerkannten RI&E, ist eine Prüfung durch eine zertifizierte Arbo-Kernfachkraft oder einen Arbeitsschutzdienst verpflichtend.

Was passiert, wenn die Arbeidsinspectie keine RI&E vorfindet?

Seit 2019 kann ein Inspektor direkt während eines Betriebsbesuchs ein Bußgeld verhängen bei einer fehlenden RI&E oder einer RI&E ohne Maßnahmenplan, ohne vorher zu verwarnen. Bei einer veralteten (nicht mehr aktuellen) RI&E gilt in der Regel zunächst eine Verwarnung, mit einem Bußgeld erst bei einem weiteren Verstoß. Die Höhe skaliert mit der Unternehmensgröße, mit einem deutlich niedrigeren Betrag für kleine Unternehmen. Konsultieren Sie im Zweifel die aktuellen Vollzugsrichtlinien der Nederlandse Arbeidsinspectie für die genauen Beträge.

Wie oft muss ich meine RI&E erneuern?

Es gibt keine feste gesetzliche Frist, aber die RI&E muss immer aktuell sein. Bei jeder relevanten Veränderung — neue Arbeiten, anderes Kältemittel, Wachstum des Teams, Umzug, ein ernster Vorfall — müssen Sie beurteilen, ob ein Update nötig ist. Eine periodische Überprüfung, zum Beispiel alle drei Jahre, ist als Auffangnetz gängig.

Welche kältetechnikspezifischen Risiken übersehen Sie leicht in einer generischen RI&E?

Häufig übersehen: Exposition gegenüber Kältemittel bei Leckage oder Abzapfen, Arbeiten in engen technischen Räumen mit eingeschränkter Belüftung, und Risiken rund um Druckgeräte bei Kälteanlagen. Eine generische Büro- oder Bau-RI&E deckt das nicht automatisch ab; prüfen Sie, ob Ihre anerkannte Branchen-RI&E diese Punkte ausdrücklich benennt.

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